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Traumschleife "Rheingold"

Traumschleife "Rheingold"

Auf der Suche nach dem Nibelungenschatz

Das Tal wird immer enger, die Felsen schroffer und die Gegend wilder;

und hier ist der Rhein am schönsten.”

Kein Wunder, dass Friedrich Schlegel, einer der Wegbereiter der romantischen Bewegung in Deutschland, sich im wildromantischen Rheintal besonders wohl fühlte und regelrecht in Schwärmereien verfiel.  

Vorbei an üppigen Brombeerbüschen und heimeligen Streuobstwiesen führt der Wanderweg der Traumschleife "Rheingold" zu traumhaften Aussichtspunkten, die Ausblick auf Vater Rhein, das wildromantische Rheintal, Burg Katz und auf die “feindlichen Brüder” Burg Liebenstein und Sterrenberg geben. Weiter dem Weg folgend taucht man in ein lichtes Eichenwäldchen ein, steigt auf die alte Weinberglage Propsteiberg und anschließend durch den Niederwald hinauf zum verwunschenen Keltenringwall am Ginsterstück Rheinbay.

 

Hier wandelte ich auf Pfaden alter Legenden, denn der Name der Traumschleife spielt auf die Nibelungensage an. Man kommt nicht umher, an die strahlenden Helden von damals und an ihren versunkenen Schatz zu denken: Des Rheines Gold, der weltberühmte, jedoch fluchbeladene Schatz der Nibelungen, den Siegfried durch eine List an Schilbung und Nibelung, den beiden Söhnen des König Nibelunc, gewann. Die beiden Königssöhne besaßen ein unermessliches Hort, einen Schatz bestehend aus Edelsteinen und rotem Gold, der laut Aussage des Hagen von Tronje nicht einmal von 100 Lastkarren getragen werden konnte. Der strahlende Held Siegfried von Xanthen, der zufällig an den Hof von Schilbung und Nibelung kam, wurde eingeladen ihnen bei der Erbteilung zu helfen. Vorab überreichten sie ihm das Schwert des Nibelunc als Bezahlung. Da sie mit Siegfrieds Vorschlag allerdings nicht einverstanden waren, gingen sie auf ihn los. So erschlug der kühne Recke die beiden Nibelungensöhne samt ihrer Riesen und überwältigte den Zwerg Alberich, der fortan zum Wächter des Hortes ernannt wurde. Siegfried gelang zu unermesslichem Reichtum. Dies erweckte allerdings den Neid anderer kühner Recken. So auch in Hagen von Tronje. Auf Brunhilds Geheiß ermordete Hagen den tollkühnen Degen, um an das Hort zu kommen. Das Rheingold gelangte nach Worms und wurden von Hagen von Tronje im Rhein an einer nur ihm und den burgundischen Königen bekannten Stelle versenkt, damit niemand es rauben konnte. Selbst kurz vor seinem Tod durch die Hand Kriemhilds, verriet er das Versteck des Nibelungenschatzes nicht und verhöhnte seine Henkerin. 

 

Man sagt, das Rheingold wurde am Ort Lôche versenkt. Wo sich dieser Ort befindet, bleibt ein wunderbares Geheimnis. Wer sich an der Traumschleife "Rheingold" selbst auf die Suche nach dem versunkenen Schatz machen möchte, muss ganz genau und mit dem Herzen hinschauen. Ich bin mir sicher, ich habe es bei Zeiten golden durchs Wasser blitzen sehen.  

 

Für mich als Wagner- und Nibelungenfan war die Wanderung auf der Traumschleife "Rheingold" ein echtes Muss und Ausflüge ins Rheintal immer etwas ganz Besonderes. Schon bald werde ich dorthin zurück kehren und mich auf die Spuren der Nibelungen begeben. 

Am Wilbertskopf mit herrlichem Blick auf Vater Rhein setzte ich meinen Harfenstein aus:

Hier ist noch mehr Rheinromantik:

Klicke die Bilder an, um sie vergrößert zu sehen. 

Bis bald

 

deine  Simone

Alle Fotos und Texte © by Simone Sorgalla

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Kommentare: 1
  • #1

    Stefanie Bieber (Freitag, 09 Oktober 2020 22:29)

    Sehr schöne Eindrücke, liebe Simone!